Hochbegabung

 

 

Ende Februar startete zum ersten Mal der Gesprächskreis LOTUS in unseren Räumen.

LOTUS steht für Lösungsorientiertes Training zur Unterstützung der Selbstentwicklung und ist ein Training für (hoch-)begabte Jugendliche, die Lust haben, zusammen mit anderen Hochbegabten die typischen Fragen des Jugendalters zu erkunden: Wer bin ich? Wie möchte ich sein? Und wie kann ich werden, was ich sein will? 

 

Doch was ist Hochbegabung?

Eine sehr simple Definition von Hochbegabung sagt, dass eine Person als hochbegabt gilt, wenn sie in einem oder mehreren Bereichen über geistige Fähigkeiten verfügt, die weit über dem Durchschnitt ihrer Altersgenossen liegt – es gibt jedoch auch Begabungen jenseits der geistigen Fähigkeiten, denken wir nur an Musiker, Maler, Schriftsteller und Sportler.

Der durchschnittliche IQ der Bevölkerung liegt bei 100, genauer gesagt zwischen 90 und 110. Dies trifft auf 68% der Bevölkerung zu. Nur 2% gelten als hochbegabt.

Der durchschnittliche IQ von Männern und Frauen ist gleich, allerdings weisen die Männer eine breitere Streuung auf – das heißt, es gibt mehr hoch-, aber auch mehr minderbegabte Männer als Frauen.

Einige Studien legen nahe, dass Hochbegabung genetisch bedingt ist. Doch auch der Umwelt, sprich dem Erziehungsverhalten der Eltern, aber auch dem Umgang der ErzieherInnen und LehrerInnen, wird eine große Rolle bei der Ausprägung einer Hochbegabung beigemessen. Die intrapsychische Dispositionen des Menschen, wie eine intrinsische Motivation, haben ebenfalls große Auswirkungen auf die Hochbegabung. Wenn alle Faktoren positiv ineinandergreifen, kann sich ein Kind gut entwickeln und seine Begabung leben, ohne gesellschaftlich auffällig zu werden. Denn im Grunde haben Hochbegabte die gleichen emotionalen und sozialen Bedürfnisse, wie durchschnittlich Begabte. Sie durchlaufen die gleichen Entwicklungsschritte, nur im kognitiven Bereich deutlich schneller. Das Vorurteil, Hochbegabte wiesen häufiger Defizite im Sozialverhalten auf, beruht vermutlich darauf, dass viele erst als solche erkannt werden, weil Probleme aufgetreten sind. Probleme mit Hochbegabten stehen oft im Zusammenhang mit einer Unterforderung. Kleinere Kinder spielen häufig den Clown, besonders Jungs, weshalb sie oft den Stempel des ADHS bekommen, während andere Kinder versuchen, sich anzupassen, vor Langeweile aber häufig in Tagträume abdriften. Dieses Verhalten tritt häufiger bei Mädchen auf und wird immer wieder als ADS diagnostiziert. Dieser Anpassungsversuch kann zur Folge haben, dass die Hochbegabten langsamer arbeiten oder vermehrt Fehler machen. Das erschwert die Diagnose „Hochbegabung“ und führt häufig zu einem Mangel an Motivation und zu einer Resignation.

Stellen Sie sich vor, Sie würden sich 8 Stunden im Job langweilen, ohne Aussicht auf Besserung. Eine schreckliche Vorstellung, oder?

Hochbegabung ist also nicht zwangsläufig ein Garant für überragende schulische Leitungen. Viele, o.g. Faktoren müssen dabei Berücksichtigung finden.

Eine aktive Freizeitgestaltung und eine entsprechende schulische Förderung können das entstehen eines Underachievements verhindern. Zu schulischen Fördermöglichkeiten zählen: Eine frühzeitige Einschulung, das Überspringen einer Jahrgangsstufe, die Nutzung der Flexiblen Eingangsstufe und das Drehtürmodell (die SchülerInnen nehmen in den Fächern, in denen ihre Neigungen liegen, am Unterricht der höheren Klassen teil). Auch individuelle Aufgabenstellungen, Teilnahme an Wettbewerben oder ein Schülerstudium können der Langeweile vorbeugen – nicht aber ein bloßes Mehr an Aufgaben.

Sollten Sie den Verdacht, oder das Wissen haben, dass Ihr Kind besonders begabt sein könnte, oder ist, dann gibt es In jeder Stadt Elterngesprächskreise der DghK www.dghk.de/ , in denen man wichtige Informationen rund um das Thema Hochbegabung bekommen kann. Häufig werden diese Gesprächskreise von ebenfalls betroffenen Eltern geleitet, vielfach auch von LehrerInnen und ErzieherInnen, die oftmals ebenfalls betroffen sind und zusätzlich im Bereich Begabtenförderung arbeiten. In Remscheid finden solche Treffen alle 2 Monate in der Kindertagesstätte Sedanstraße, Sedanstr. 23, statt. Die Termine erfahren Sie unter der Telefonnummer 02191- 38 52 73 von Frau Hempler, oder unter 02191- 422 96 90 von mir. Schauen Sie doch einfach unverbindlich vorbei.

Für erwachsene Hochbegabte und Kinder gibt es Mensa https://www.mensa.de/

https://kids.mensa.de/ . Über deren Homepage bekommen Sie weitere Informationen und Kontaktdaten.

 

Nun noch ein Spruch, den ich auf einem Symposium zum Thema Hochbegabung notiert habe und der mich seitdem begleitet:

 

"Es gibt nichts Ungerechteres als die gleiche Behandlung von Ungleichen."
Paul F. Brandwein (1912-1994)

"Damit es gerecht zugeht, erhalten sie alle die gleiche Prüfungsaufgabe:

Klettern sie auf diesen Baum!"

 

Viel Spaß mit Ihrer eigenen Hochbegabung, der Ihrer Kinder und der weiteren Beschäftigung mit diesem Thema wünscht Ihnen

 

Ihre Anja Dittmann

 

 

 

Hochbegabt

 

Voll Energie und geistig wendig,

autonom und quicklebendig.

 

Einsam auch, mit sich allein,

in der Masse schrecklich klein.

 

Voll Ideen - auf andren Wegen

stellt so manchem sich entgegen.

 

Unverstanden - außen vor

trifft selten auf ein offnes Ohr.


Dem Alter eilt sein Geist voraus,

ihm widerfährt oft Neid und Graus.


Unstimmigkeit ist ihm verhasst,

gibt keine Ruh´, bis alles passt.


Sein scharfer Sinn für den Humor,

tritt ebenfalls sehr oft hervor.


Sein Intellekt, er steuert aus,

lässt Emotionen quer heraus.



Er ist ein Mensch wie Ich und Du

mal abgesehen vom IQ


Auch er braucht Wärme und ein Nest,

in dem es sich gut leben lässt.


(Katja Seitz)