Geborgenheit

 

Weihnachten und Silvester sind vorbei und vielleicht haben Sie sich im Kreis Ihrer Liebsten geborgen und aufgehoben gefühlt?!

 

Mit dem Ausdruck Geborgenheit wird „ein Zustand des Sicherheits- und Wohlgefühls beschrieben.[...] Doch Geborgenheit ist mehr als nur Sicherheit, Schutz und Unverletz-barkeit; Geborgenheit symbolisiert auch Nähe, Wärme, Ruhe und Frieden“ (Wikipedia). Häufig können Menschen sich an das Gefühl von Geborgenheit erinnern, wenn sie an ihre Kindheit denken. Situationen, wie mit einer Decke zugedeckt werden, ein Stofftier im Arm und dann auf dem Schoss einer vertrauten Person sitzen, oder den Kindergeburtstag im Kreise der Freunde feiern, wobei die Eltern liebevoll einen Kuchen gebacken haben und für ein schönes Fest sorgen, das symbolisiert Geborgenheit.

Aber auch als Heranwachsende/r und Erwachsene/r kann man Geborgenheit empfinden. Zum Beispiel, wenn man ein gewagtes Projekt anstrebt und die Eltern, Freunde und Lehrer oder Ausbilder, oder der Chef hinter einem stehen und einem vermitteln, dass sie an einen glauben. Geborgenheit scheint mir ein Begriff zu sein, der eng in Zusammenhang mit anderen, nahe stehenden Menschen, steht. Auch der Psychologie-Professor Hans Mogel der Universität Passau definiert „Geborgenheit“ als ein zentrales Lebensgefühl, das  die Begriffe Sicherheit, Wohlgefühl, Zufriedenheit, Akzeptanz und Liebe DURCH ANDERE beinhaltet. Die Psychologin Dr. Doris Wolf beschreibt Geborgenheit als ein inneres Gefühl, was gekennzeichnet ist durch Loslassen, Entspannung, Wohlbefinden, dem Gefühl, dass jetzt im Augenblick nichts Schlimmes passieren kann.

 

Psychologen und Pädagogen betrachten die Erfahrung dieses Gefühls in der Kindheit als wesentlich für die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit. Häufig hört man von Menschen, deren Leben aus dem Takt geraten ist, weil sie eine "schwere Kindheit" oder ein "zerrüttetes Elternhaus" hatten. In den meisten Fällen bedeutet dies die Abwesenheit von Geborgenheit. Wem Liebe fehlte oder wer kein Urvertrauen aufbauen konnte, der wird oft ein Leben lang von einer rastlosen Suche danach getrieben. Für die Betroffenen ist diese zwanghafte Suche in den meisten Fällen eine schwere Belastung. Viele leiden unter Ängsten, wie etwa Verlustängsten, Bindungsängsten oder Angst vor der Zukunft.

„Aber auch, wer das Glück hatte, in einem gesunden Umfeld aufzuwachsen, wird sich sein Leben lang danach sehnen, dieses Gefühl wiederzuerlangen. Zu vollkommen erscheint es, weil es das wohl einzige Gefühl ist, in dem wir uns selbst finden.“ (Lea-Patricia Kurz) Wer sich geborgen fühlt, wird eher in der Lage sein, seine Träume zu verwirklichen, die Herausforderungen des Alltags zu meistern und immer wieder an den Punkt zu kommen, sich 'glücklich' nennen zu können - weil er sicher in sich selbst ist. Es ist das Vertrauen, das wir ins Leben haben.

 

Kennen Sie Situationen, in denen Sie sich geborgen fühlen?

 

Geborgenheit ist ein geschützter Raum, ist Vertrautheit, Altbekanntes.

Sich bei einem anderen Menschen geborgen zu fühlen, bedeutet, sich fallen lassen zu können und das Vertrauen zu haben, das man für einen Moment gehalten wird - auch wenn man stürzt.

Familie, eine intakte Partnerschaft, Freunde, aber auch finanzielle Sicherheit, oder ein Arbeitsplatz, der von Menschlichkeit geprägt ist und an dem wir uns wohlfühlen, kann dazu führen, dass wir uns geborgen fühlen.

 

Suchen Sie das Gefühl von Geborgenheit in Ihrem Leben?

 

Hilfreich beim Erlangen dieses Gefühls kann es sein, sich an Situationen zu erinnern, in denen Sie sich früher geborgen und wohl gefühlt haben. Schauen Sie sich die Situationen genau an: War in dieser Situation jemand anderes außer Ihnen anwesend? Was haben Sie getan? Fragen Sie sich auch, in welchen Situationen Sie das Gefühl haben: "Hier darf ich "ich" sein; hier bin ich sicher. Es ist alles in Ordnung. Ich kann mir und anderen vertrauen." (Dr. Doris Wolf)

 

Vielleicht können Sie Erinnerungen an ein Geborgenheitsgefühl aus Ihrer Kindheit dadurch herbei führen, dass Sie Bücher aus dieser Zeit lesen, oder Filme anschauen.

 

Eventuell können auch folgende, scheinbar profanen Dinge hilfreich sein:

mit dem Partner zu kuscheln, in einer gemütlichen Ecke zu sitzen und Ihr Lieblingsbuch zu lesen oder Fotoalben anzuschauen, bei Kerzenlicht Ihre Lieblingsmusik zu hören, ein warmes Bad zu nehmen oder auch eine Wärmflasche auf den Schoss zu legen, Tee oder heiße Schokolade zu trinken, in der Natur spazieren zu gehen, in die Kirche zu gehen oder zu beten, einer anderen Person Ihr Innerstes anzuvertrauen,...

 

„Geborgenheit ist ein Gefühl, das leichter im Zustand der Ruhe oder bei geruhsamer Aktivität aufkommt“, sagt Dr. Wolf.

Seien Sie also achtsam, hören Sie auf Ihre innere Stimme und nehmen Sie etwas Geschwindigkeit und Druck aus Ihrem Leben - für mehr Geborgenheit.

 

 

Ich wünsche Ihnen einen achtsamen Start in ein Jahr voller Geborgenheit!

Ihre Anja Dittmann